
Raumfahrt durch private Unternehmen.
Raumfahrt durch private Unternehmen
Die Raumfahrt durch private Unternehmen hat die Welt des Weltraums revolutioniert, indem sie Wettbewerb und Innovation vorangetrieben hat. Diese Unternehmen haben ehrgeizige Ziele wie Raumtourismus, Marskolonisierung und kommerzielle Raumstationen, die die Zukunft der Raumfahrt in aufregende und unerforschte Bahnen lenken.
Nachdem die Ländergrenzen der Erde gezogen wurden, begann die Aufteilung des Weltraums. Zu Beginn waren nur die USA und die UDSSR an diesem Wettlauf beteiligt. Mit den Jahren kamen zu diesem Wettstreit auch weitere Staaten hinzu. So nahmen auch Staaten wie China und Indien aktiv an der Raumfahrt teil. Mittlerweile ist dieser Wettkampf jedoch nicht mehr nur in staatlicher Hand. Auch private Unternehmen sind zunehmend im Sektor der Raumfahrt tätig. Für Länder ist die Raumfahrt seit jeher mit Prestige und Machtdemonstration verbunden. Im Gegensatz dazu möchten private Unternehmen die Raumfahrt auf lange Sicht für Jedermann möglich machen.
New Space
Während die Raumfahrt lange Zeit von staatlichen Agenturen wie der NASA und Roskosmos dominiert wurde, haben private Unternehmen wie SpaceX, Blue Origin und Virgin Galactic den Weg für eine neue Ära der Raumfahrt geebnet.
Die Gesamtheit aller privater Unternehmen, die im Bereich der Raumfahrt tätig sind wird unter den Begriff „New Space“ gefasst. Nach Aussagen des Bundeswirtschaftsministeriums hat eine Studie von 2016 herausgestellt, dass die privaten Unternehmen die gesamte Raumfahrt nachhaltig verändern könnten.
Wer in der Raumfahrt tätig werden möchte, benötigt viel Geld. Geld, das viele Staaten nicht allein aus Steuergeldern tilgen können. Dabei werden die privaten Raumfahrtfirmen häufig als Partner für die Staaten tätig. Schließlich sprechen hier keine politischen Gründe gegen eine Zusammenarbeit. Elon Musk macht mit seiner Raumfahrt-Firma SpaceX deutlich, wie erfolgreich eine derartige Zusammenarbeit sein kann. So kümmert er sich um die Versorgung der ISS mit wichtigen Ressourcen. Hierfür nutzt SpaceX seine firmeneigene Rakete namens Dragon.
Wirtschaftliche Interessen
Natürlich stehen bei den privaten Unternehmen wirtschaftliche Interessen an oberster Stelle. Derzeit lässt sich am meisten Geld mit Satellitentechnologie verdienen. Schließlich sind Satelliten heutzutage für Internet, Telekommunikation, TV-Signale und die Messung von Wetterdaten zuständig. Aus diesem Grund schicken die Raumfahrt-Unternehmen mittlerweile ganze Schwärme von Satelliten ins Weltall. Mit diesen Satelliten markieren die Unternehmen auf lange Sicht Ihr Revier. Schließlich wird der Orbit irgendwann keinen Platz mehr für weitere Satelliten bereit halten. Wer jetzt handelt, steht langfristig mit wirtschaftlicher Stärke da.
Hot Spot in den USA
Besonders spannend ist ein Blick in die USA. Hier ist sowohl das staatliche als auch das private Raumfahrtprogramm im vollen Gange. Ab 2025 wird die US-amerikanische Raumfahrt nur noch zu 5% von Steuergeldern gestützt. Die restlichen Kosten sollen vollständig durch Privatunternehmen gedeckt werden. Dass die USA den Weg für die Privatwirtschaft freimachen wird, wurde bereits vor einigen Jahren deutlich. Im Jahr 2011 hat die Nasa ein Raumfahrtprogramm gestartet, das auf die Entwicklung von Raumkapseln abzielt, die Privatpersonen transportieren können.
Auf lange Sicht soll nicht die NASA, sondern private Unternehmen dafür sorgen, dass Astronauten zur ISS gelangen. Die Gründe liegen auf der Hand. Seit dem Beginn der Raumfahrt sind die USA auf Russland angewiesen, wenn sie eine Raumkapsel benötigen. Schließlich werden noch heute US-amerikanische Astronauten mithilfe von russischen Sojuskapseln ins All geschickt. Mit der Einbeziehung privater Unternehmen könnten die USA sich unabhängig von Russland machen.
Die größten privaten Unternehmen in der Raumfahrt sind Boeing und SpaceX. Vor allem SpaceX hat durch seinen berühmten Geschäftsführer Elon Musk in den vergangenen Jahren immer mehr Bekanntheit erlangt. Der Visionär aus Südafrika hat bereits mit seiner Firma Tesla dafür gesorgt, dass Elektroautos immer häufiger auf der Straße zu sehen sind. Boeing und SpaceX haben einen lebhaften Wettbewerb untereinander. Sie kämpfen um die Vorherrschaft auf dem Markt der privaten Raumfahrtunternehmen.
Bis jetzt stehen die Chancen vor allem für Elon Musk sehr gut. SpaceX hatte bereits mehrere erfolgreiche Crewed-Missionen mit der Raumkapsel "Crew Dragon" durchgeführt, darunter auch Missionen zur Internationalen Raumstation (ISS). Seit 2020 ist Crew Dragon das Hauptfahrzeug der NASA, um Menschen zur und von der ISS zu bringen. Seit 2020 dient die Crew Dragon als Hauptfahrzeug der NASA für den Personenverkehr zur und von der ISS. Im Februar 2022 beauftragte die NASA SpaceX mit weiteren drei ISS-Flügen. SpaceX plant zudem zahlreiche weitere Raumfahrtmissionen, einschließlich Mond- und Marsflügen. Aus diesem Grund konzentriert sich das Unternehmen nun vollständig auf die Entwicklung von Starship, einem wiederverwendbaren, zweistufigen Raketensystem, das wie ein Flugzeug mehrere Starts und Landungen ermöglichen soll.
Crew Dragon von SpaceX.
Blue Origin, ein weiteres führendes privates Raumfahrtunternehmen, hat sich auf suborbitale Flüge und die Entwicklung wiederverwendbarer Raketen konzentriert. Gegründet im Jahr 2000 durch erhebliche persönliche Investitionen von Bezos, hat sich Blue Origin auf die Entwicklung von wiederverwendbaren Raketen und senkrechten Start- und Landetechnologien konzentriert. 2015 erreichte das Unternehmen einen Meilenstein mit dem senkrechten Start und der Landung der New Shepard-Rakete, die die Grenzen des Weltraums erreichte und sicher zurückkehrte. Die NASA hat Blue Origin ausgewählt, um die Mondlandefähre namens Blue Moon zu entwickeln, die eine entscheidende Rolle im Artemis-Programm spielen wird, das darauf abzielt, Menschen zum Mond zurückzubringen.

New Shepard-Rakete von Blue Origin.
Virgin Galactic, angeführt von Sir Richard Branson, verfolgt ähnliche Ziele und hat bereits suborbitale Raumflüge für zahlende Kunden angeboten. In 2023 startete und landete Virgin Galactics Raketenflugzeug VSS Unity erfolgreich, das das erste Touristenteam des Unternehmens ins All beförderte. Die Mission, Galactic 02 genannt, umfasste sechs Personen. Galactic 02 war ein suborbitaler Flug, bei dem die Passagiere für mehrere Minuten Schwerelosigkeit erleben konnten, während sie die Erdkrümmung sahen. Nach dem Start transportierte Virgin Galactics Trägerflugzeug VMS Eve die VSS Unity auf eine Höhe von etwa 13.500 Metern. Anschließend löste sich Unity von Eve, zündete den eigenen Raketenmotor und stieg in den suborbitalen Raum auf. Die Passagiere erlebten dabei etwa 3G.

Raketenflugzeug VSS Unity. Weltraumbahnhof Amerika, New Mexico - 17. Oktober 2011, Sir Richard Branson, Susana Martinez, Kongressabgeordneter Steve Pearce, White Knight Spaceship 2.
Bild von Jared Ortega
Diese Unternehmen haben nicht nur Raumfahrtaktivitäten für Unternehmen und Touristen eröffnet, sondern auch die Möglichkeiten für wissenschaftliche Forschung und die Erkundung des Weltraums erweitert.
Die Beteiligung privater Unternehmen an der Raumfahrt hat auch die Kosten gesenkt und Innovationen vorangetrieben. Die Wettbewerbssituation zwischen staatlichen Raumfahrtbehörden und privaten Unternehmen hat die Raumfahrtindustrie insgesamt revolutioniert. Dennoch gibt es auch Herausforderungen und Bedenken, insbesondere im Hinblick auf die Regulierung, Sicherheit und Umweltauswirkungen der kommerziellen Raumfahrt. Die Rolle privater Unternehmen in der Raumfahrt wird daher weiterhin intensiv diskutiert. Insgesamt hat die Beteiligung privater Unternehmen an der Raumfahrt zu aufregenden Entwicklungen und Möglichkeiten geführt, die die Zukunft der Raumfahrt immer spannender machen.
